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Meinung zu synchronen Werkzeugen (z.B. Chats)

Meinung zu synchronen Werkzeugen (z.B. Chats)

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In einer der ersten Stunden haben wir uns in unserem Seminar „Medien in der Sprach- und Kulturvermittlung“ mit synchronen und asynchronen Werkzeugen beschäftigt. Wie ihr wisst, zählen zu asynchronen Werkzeugen unter anderem CD-Roms, Foren, Blogs, aber auch Präsentationswerkzeuge (wie Glogster), Wikis, Twitter oder E-Mails. Synchrone Werkzeuge hingegen können allgemein Chats, MSN, Skype, Icq, usw. oder Second life sein. Im Folgenden möchte ich mich auf die synchronen Werkzeuge beziehen und die Vor- und Nachteile ansprechen, die mir aufgefallen sind.

 Im Großen und Ganzen denke ich, dass das Lernen einer Fremdsprache mithilfe von synchronen Werkzeugen, durchaus machbar und sicherlich auch zukunftsorientiert ist. Ihre Handhabung erklärt sich für „Neulinge“ aber nicht allein, von daher ist eine gute Einführung essentiell. Synchrone weisen neben einer Reihe von Vorteilen, wie Ortsunabhängigkeit oder „Lernerorientiertheit“, selbstverständlich auch einige Mängel auf.

Wie bereits erwähnt, ist eine gute Einführung sehr wichtig, das heißt, der Lehrer muss bei der ersten Sitzung eines solchen Unterrichts grundlegende Regeln und Verhaltensweisen erklären und festlegen. Geschieht dies nicht, so entsteht schnell ein großes Chaos, da alle Lerner durcheinander schreiben, reden, usw.  Zu diesen Regeln gehören ebenso gut Richtlinien in Bezug auf die Benutzung der Tools wie auch Regeln in Bezug auf die Sprache und Rederechte. Da das Chatten auch häufig im privaten Bereich genutzt wird, kann es schnell passieren, dass die Lerner dazu neigen, umgangssprachlich zu schreiben bzw. nicht auf die korrekte Schreibweise achten. Darauf sollte im Vorhinein hingewiesen werden, um zu versuchen, dieser Möglichkeit entgegenzuwirken. Ein weiterer Aspekt, auf den der Lehrer achten sollte, ist die Einplanung einer gewissen Umstellungszeit. In dieser Zeit haben die Lernenden Zeit, sich an das System zu gewöhnen. Wenn diese grundlegenden Aspekte berücksichtigt werden, bin ich der Meinung, dass diese Form von Lernen Zukunft hat.

Vorteile von synchronen Werkzeuge bestehen zum in der Ermöglichung eines modernen Lernens und zum anderen in der Lernerorientiertheit. Da bereits im privaten Bereich Internet und Chatprogramme genutzt werden, sind diese Werkzeuge theoretisch auch nichts Neues für die Lerner. Wenn man darüber hinaus neben Chats auch VoiceIP einsetzt, kann neben den Fertigkeiten Leseverstehen und Schreiben auch das Hörverstehen und Sprechen gelernt und geübt werden. Des Weiteren sind sie ortsunabhängig, was bedeutet, dass die Lerner an jedem beliebigen Ort (wo Internet verfügbar ist) auf das Klassenzimmer zugreifen können.


Negativ aufgefallen sind mir unter anderem Aspekte bzgl. der notwendigen Technik, der fehlenden Gestik und Mimik des Lehrenden und Lerner, der Gefahr von Ablenkungen und der beschränkten Gruppengröße.

Wie wir alle wissen, ist es beim Einsatz von synchronen Werkzeugen nötig, über eine funktionierende Internetverbindung zu verfügen. Diese kann jedoch immer mal wieder ausfallen. Des Weiteren benötigt jeder Teilnehmer ein Headset, da sonst eine Rückkopplung erzeugt wird, was die Kommunikation beeinträchtigt.

Abgesehen von diesem eher nebensächlichen Problem spielt für mich die Gestik und Mimik beim FSU eine große Rolle, da sie häufig das Verstehen einer Äußerung beeinflussen. Fehlt diese Option kann sich der Lerner nur an der Intonation und den Worten orientieren. Wenn die Verbindung jedoch nicht gut ist, werden Worte verzerrt oder überlappen sich mit anderen Gesprächsteilen oder Beiträgen anderer Teilnehmer.

Darüber hinaus ist meiner Meinung nach die Gefahr der Ablenkung sehr groß. Da das Arbeiten im virtuellen Klassenzimmer immer mit dem Internet verbunden ist, ist die Versuchung groß, zwischendurch seine E-Mails durchzusehen oder interessante Artikel im Internet zu lesen. Daher erfordert diese Form von Lernen eine gewisse Konzentration und Ernsthaftigkeit seitens der Lernenden. Ob der Lerner tatsächlich dem Gespräch oder der Aufgabenstellung des Lehrenden folgt, ist für den Lehrenden nicht klar ersichtlich.

Die beschränkt Gruppengröße ist ein weiterer Aspekt, den ich als negativ anführen würde. Im herkömmlichen Fremdsprachenunterricht können 20 Personen gleichzeitig unterrichtet werden. Diese Anzahl ist zwar auch im FSU im virtuellen Klassenzimmer möglich, aber nicht unbedingt förderlich. Dies lässt sich damit begründen, dass wenn der Lehrenden im Chat bspw. eine Frage stellt, dass eine Fülle von Antworten gleichzeitig eintreffen. Wenn der Lehrer dann noch eine weitere Frage stellt, passiert es sehr schnell, dass sich die Antworten überlappen und dadurch evtl. ein Antwortchaos entsteht. Der Lehrenden ist in dem Fall dafür verantwortlich, dieses Wirrwarr zu entzerren.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich zwar immer noch Bedenken in Bezug auf synchrone Arbeitsformen habe, aber denke, dass sie in Zukunft eine ernste Alternative zum herkömmlichen FSU darstellen. Des Weiteren bin ich der Meinung, dass kleine Kursgruppen gegenüber größeren Gruppen vorzuziehen sind, befürchte aber, dass dann der Kurspreis dementsprechend hoch ausfällt.

KommentareKommentare

  • katharina.kischkel
    katharina.kischkel 13.02.2011 13:55

    Diese Übersicht finde ich interessant, weil sie sich zum Teil mit meinen eigenen Erfahrungen deckt (z.B. die Abhängigkeit von einer guten und zuverlässigen Internetverbindung und der technischen Ausstattung) aber auch Aspekte beinhaltet, über die ich bilang noch nicht nachgedacht habe (z.B. die Festlegung fester Regeln beim Chatten oder die Bedeutung von Mimik und Gestik beim FSU).

     

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